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Bahnen nach Engelberg
100 Jahre Schienenverkehr vom Vierwaldstätter See ins Klosterdorf

Kurzinfo  Kurzinfo

 

Zum Jubiläum des 100jährigen Bestehens der Bahnverbindung nach Engelberg ist das lange erwartetete Werk als Ergebnis einer intensiven Aktenforschung und Textbearbeitung durch die drei Autoren und dank grosszügiger Unterstützung durch die Nidwaldner Kantonalbank und die Obwaldner Kantonalbank erschienen. Durch die eingehende Kenntnisse der historischen Entwicklung dieser Bahnen, durch jahrelange eigene Beobachtung und fotografische

Dokumentation, durch Beizug des Fotomaterials befreundeter Bahnfachleute sowie durch aktive berufliche Mitbeteiligung am Ausbau der heutigen LSE ist es den Autoren gelungen, eine lebendig gestaltete Beschreibung zu verfassen, die sich durch genaue Wiedergabe der Ereignisse auszeichnet und viele aufschlussreiche und eigenartige Einzelheiten enthält.

Nach Geleitworten von Bundesrat Moritz Leuenberger und Regierungsrat Werner Odermatt teilt sich das Werk in folgende Hauptkapitel:

Bahnen nach Engelberg     · Die Elektrische Strassenbahn Stansstad - Stans 1893 - 1903
     · Die Stansstad - Engelberg-Bahn
     · Das Rollmaterial der Stansstad - Engelberg-Bahn
     · Verzeichnis der StEB-Rollmaterials
     · Die Verbindungsbahn Hergiswil - Stansstad
     · Die Luzern - Stans - Engelberg-Bahn
     · Das Rollmaterial der Luzern - Stans - Engelberg-Bahn
     · Verzeichnis des LSE-Rollmaterials
     · Stationschronik StEB / LSE
     · Dank und Quellen

 

 

 

 


Auf den Innenseiten der Buchdeckel sind Auszüge der grafischen Fahrpläne der StEB sowie der LSE abgedruckt.

Nicht allein das hundertjährige Bestehen der Bahnverbindung nach Engelberg ist Anlass für die Jubiläumsschrift, auch der von Anfang vorherrschende elektrische Betrieb der ursprünglichen Stansstad - Engelberg-Bahn (StEB). Wie die seit dem gleichen Jahr 1898 mit elektrischem Betrieb eröffneten Zahnstangenstrecken der Jungfrau-Bahn und der Gornergrat-Bahn war auch die StEB als erste kombinierte Adhäsions- und Zahnstangenstrecke für den Betrieb mit Drehstrom (800 Volt, 33 1/3 Hertz) eingerichtet, der damals von Brown, Boveri & Cie in Baden wegen der einfachen Stromversorgung einerseits für Bergbahnen, anderseits für Regionalbahnen propagiert wurde. Gegenüber den mit Gleichstrom von 600 Volt gespeisten Strassenbahnen mit geringeren Netzlängen stellte die StEB -- vorgängig der ab 1899 ebenfalls elektrisch mit Drehstrom betriebenen Burgdorf - Thun-Bahn -- die erste in der Schweiz elektrifizierte Regionalbahn dar. Der damalige technische Stand führte bei der StEB zum Bau von leichten Adhäsionstriebwagen für die Talstrecke, die über den einzigen Zahnstangenabschnitt im hinteren Teil des Engelbergertales durch besondere Lokomotiven mit kombiniertem Antrieb geschoben wurden. Ein einzelner Triebwagen -- die letzte Fahrzeugbeschaffung im Jahre 1930 -- war dank einer neuartigen Antriebsanlage in der Lage, die ganze Strecke von Stansstad bis Engelberg ohne Schiebelokomotive zu durchfahren; er sollte der Prototyp für eine neue Generation alleinfahrender Triebwagen sein, die indessen wegen der Wirtschaftskrise und des kriegsbedingten Rohmaterialmangels nicht mehr realisierbar waren.

Gleich zu Beginn des Werkes treten die Verfasser auch eingehend auf die Elektrische Strassenbahn Stansstad - Stans (StSt) und ihr Verhältnis zur StEB ein. Die von den Bauunternehmern F.J. Bucher-Durrer und J.Durrer-Gasser bereits 1893 erstellte, mit Gleichstrom betriebene Strassenbahn diente der besseren Anbindung der Stanserhorn-Standseilbahn an die von Luzern eintreffenden Dampfschiffe. (Auf Bucher & Durrer ging 1896 auch die erste mit Drehstrom betriebene Strassenbahn in Lugano zurück). Zwischen der StSt und der StEB entstand ein heftig geführter Konkurrenzkampf, der 1903 zum Abbruch der StSt führte. Als beachtenswerte technische Einzelheit sei die Kreuzung der zweipoligen Drehstrom-Fahrleitung der StEB mit der einpoligen Gleichstrom-Fahrleitung der StSt in Erinnerung gerufen. Da jene für Bügelstromabnehmer mit zwei gegeneinander isolierten Schleifstücken, diese für Stangenstromabnehmer ausgelegt war, sah die Lösung im Prinzip gleich aus wie bei den heute gebräuchlichen Strassenbahn-/Trolleybus-Fahrleitungskreuzungen, nur dass die Zahl der Fahrdrähte vertauscht ist.

Wenig bekannt dürfte sein, dass die StEB im Sinne einer dringend notwendigen Modernisierung noch in den 1950er Jahren während des Drehstrombetriebes -- bevor der Bau einer Verbindungsstrecke Hergiswil - Stansstad und eine Umstellung auf Betrieb mit Einphasenwechselstrom ernsthaft zur Diskussion stand -- den Umbau älterer Triebwagen zu vierachsigen Beiwagen oder gar den Neubau von zweiteiligen Pendelzügen in Betracht zog.

Die nach jahrelangen Auseinandersetzungen schliesslich erfolgte Umwandlung der StEB zur 1964 eröffneten Luzern - Stans - Engelberg-Bahn (LSE) mit Einphasenwechselstrombetrieb (15 Kilovolt, 16 2/3 Hertz) brachte nicht nur die direkte Zufahrt nach Luzern über die Brünigstrecke, sondern eine optimale Verkehrsabwicklung mit Triebwagen-Pendelzügen. Diese Formationen, mit kombiniertem Antrieb auch zum selbständigen Befahren der Zahnstangenstrecke mit der einmalig vorkommenden Steigung von 246 o/oo versehen, eignen sich in gleicher Weise zur Abwicklung des in den drei Jahrzehnten stark angewachsenen Nahverkehrs zwischen Luzern und Stans wie auch für den oft stossweise anfallenden Touristikverkehr ins Engelbergertal, besonders als Zubringer zu den alpinen Seilbahnen. Aber auch der Güterverkehr mit Umlad vom Schiff auf die schmalspurigen Güterwagen ist dem Zubringerdienst der Normalspurgüterwagen auf Rollschemeln gewichen. So vermittelt uns die Publikation das Bild einer neuzeitlichen, in sich auf die Bedürfnisse der Talschaft voll ausgerichteten Bahnanlage, wobei zur Abdeckung des Spitzenverkehrs geeignetes älteres Rollmaterial anderer Bahnunternehmungen für den Einsatz auf der LSE mit Erfolg adaptiert wurde. Bleibt als nächsten Ausbauschritt der Ersatz der 246-o/oo-Zahnstangenrampe durch den rund 3,8 km langen Neubautunnel mit einer nur noch 105 o/oo steilen Zahnstangenstrecke, der eine Steigerung des Verkehrsvolumens nach Engelberg mit der gleichen Zahl von Triebwagen ermöglichen wird.

Als Ergänzung des umfangreichen Bildmaterials und der übersichtlichen Rollmaterialverzeichnisse wünscht sich der an gut dokumentierte Fachaufsätze gewohnte Leser eigentlich nur noch eine Zusammenstellung der Typenzeichnungen und allenfalls noch der Kennlinien der wichtigeren Fahrzeuggattungen. In Form einer ergänzenden Sammlung ist dies am Schluss des Buchtextes halbwegs zugesagt, wobei als Titelblatt dieses "Ergänzungsbandes" vielleicht sogar ein Bild des inzwischen fertigerstellten Zwischenwagens B der Serie 81 - 84 dienen könnte.

Das gediegen gestaltete Fachwerk über eine typisch schweizerische, meterspurige "Privatbahn" (heute standeskonform als KTU bezeichnet), die sich in der historischen wie in der gegenwärtigen Erscheinung als geschlossene Einheit mit eigenen spezifischen Merkmalen auszeichnet, sei jedem "aktiven" Eisenbahnliebhaber zur Aufwertung seines Buchbestandes wärmstens empfohlen. In der von der Fachzeitschrift "Schweizer Eisenbahn Revue" des Verlages Minirex her bekannten klaren typografischen Gestaltung mit ausgewogener Bilddisposition ist der Text übersichtlich und leicht lesbar; ausserdem erfüllt das Buch durch sorgfältig bearbeitete Bildtexte die Aufgabe eines Nachschlagewerkes für den eiligen Leser.


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Buch BAHNEN NACH ENGELBERG - 100 JAHRE SCHIENENVERKEHR VIERWALDSTÄTTER SEE INS KLOSTERDORFf

von Peter Berger
Hans Waldburger
Christoph Berger

 252 Seiten
ca. 370 Abbildungen mehrheitlich schwarz/weiss, daneben zahlreiche historische wie aktuelle Farbbilder
Format 22 x 22 cm, gebunden
Fr. 69.80

(unverbindlicher Vorbestellpreis für die ergänzende Sammlung "Fahrzeug-Zeichnungen der StSt, StEB und LSE" mit ca. 100 Zeichnungen auf ca 80 Seiten zirka Fr. 28.-)

Verlag Minirex AG, Postfach, CH-6002 Luzern, 1998
E-Mail zum Verlag Minirex

ISBN: 3-907 014-10-3

Kritik: Hans Streiff, SEAK

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03.08.07