Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich SEAK

Die Vereinigung der Eisenbahnfreunde

 
 




Text und Fotos Bernhard Ledermann


Auf den Pöstlingberg in Linz


Auch diesen Sommer waren die Eisenbahnfreu(n)de mit Hannes in Oesterreich unterwegs. Die 15 Teilnehmer lernten so einmal mehr in einer familiären Atmosphäre die Eisenbahnen und Kultur in diesem Jahr im Bundesland Oberösterreich kennen. Disloziert wurde in deren Hauptstadt Linz.

Am 22. Juli 2018 lernten die Eisenbahnfreunde von Hannes am Vormittag die Stadt, welche etwas mehr als 204’000 Einwohner hat mittels einer Stadtführung kennen, welche am Hauptplatz endete.

Den Hauptplatz erreicht man mittels öV vom Hauptbahnhof her mit den Tramlinien 1-4 der LINZ AG LINIEN wie auf dem Bild 7811 mit dem Cityrunner 013, erbaut von Bombardier Transportation unterwegs auf der Linie 2 in der Landstrasse kurz vor dem Hauptpatz. Weiter fallen auf dem Bild auch die Spurweite von 900 mm auf. Dahinter sehen wir die zwei Türme der 1757 eingeweihten römisch-katholischen Ursulinenkirche.

 

Nach der Kaffeepause im Café das Bruckner am Hauptplatz stand der Besuch auf dem Pöstlingberg, dem Hausberg von der oberösterreichischen Landeshauptstadt, auf dem Programm. Zur Freude der Eisenbahnfans werden auf der Linzer Pöstlingbergbahn, wo alles Wissenswertes am besten via Wikipedia abgerufen werden kann, an Wochenenden auch nostalgische Fahrzeuge eingesetzt. Auf dem Bild 7818 sehen wir die Nostalgie-Triebwagen VIII und XI, erbaut 1950 in der Grazer Waggonfabrik resp. 1948 in der ESG. Weiter wurden diese Altbautriebwagen 2009 mit neuen Untergestellen ausgerüstet, was Fahrten in Doppeltraktion erlaubt. Dahinter sehen wir die aus weissem Marmor gefertigte 20 m hohe Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahre 1723.

 

Seit dem Umbau auf 900 mm Spurweite und Integrierung in die LINZ AG LINIEN und deren (Wieder)-Inbetriebnahme am 29. Mai 2009, war zugleich der 111. Geburtstag der alten Pöstlingbergbahn, erreicht man den Pöstlingberg mittels 4.140 km Streckenlänge und einer maximalen Steigung von 116 Promille. Die Vmax auf der Bergstrecke beträgt bis zu 25 km/h und die Fahrdrahtspannung beträgt 600 Volt DC.

In den 1830er Jahren wurde auf dem Pöstlingberg aus militärischen Gründen eine Befestigungsanlage erbaut. Diese Befestigungsanlage beherbergt seit 1898 die Bergstation der Pöstlingbergbahn auf 519 m über Meer, auf dem Bild 7820 mit den Triebwagen XI und VIII in der Nebelstimmung, wo auch das Grün der Bäume entsprechend zur Geltung kommt. Auf dem nachfolgenden Bild 7822 sehen wir die zwei knapp 70 Jahre alten Triebwagen noch einmal, wie sie vom Hauptplatz her durch den Befestigungsturm die Bergstation erreichen.


Die Bilder 7825 und 7826 zeigen den jüngsten Spross der Pöstingbergbahn, den 2011 von Bombardier Wien gelieferte Mountainrunner 504 auf der 116 Promillesteigung beim Pöstingberg Schlössl in Blickrichtung Linz sowie mit der 1748 eingeweihten Wallfahrtsbasilika. Auf dem Bild 7827 mit dem 2009 gelieferten Gelenktriebwagen 503, welcher gerade die Schleppweiche befährt werfen wir nochmals ein Blick ins Innere der Befestigungsanlage resp. der Bergstation auf dem Pöstingberg. Weiter fällt auch die Gestaltung nach einem “Retro-Design” des Gelenktriebwagens auf.


Wieder herunter auf 264 m über Meer beim Bergbahnhof Urfahr sehen wir das gepflegte Gebäude, welches bis 2008 als Talstation der Pöstingbergbahn diente. Heute ist in diesem Gebäude das kleine Museum der Pöstingbergbahn integriert. Weiter erkennen wir auch die Streckengeleise der durch die ÖBB betriebenen Mühlkreisbahn. Auf dem Bild 7831 sehen wir im Areal zwischen der alten Talstation und dem Depot die beiden Spurweiten der Pöstlingbergbahn.


Links die nicht mehr verwendeten Gleisanlagen mit 1000 mm Spurweite sowie rechts die nun gut neunjährigen Schienen der heutigen Bahn mit einer Spurweite von 900 mm. Weiter beachten wir die Umgebung beim der ehemaligen Talstation u.a.mit einem Wohnblock. Das Schlussbild 7833 zeigt die beiden Eisenbahnlinien mit deren Fahrzeuge. Links erkennen wir den VT 5047 088-9 der ÖBB, unterwegs als R 3189 von Neufelden nach Linz Urfahr / Mühlkreisbahnhof auf der Kreuzungsweiche und rechts wartet der Mountainrunner 502 der heutigen Linie 50 im Netz der LINZ AG LINIEN auf die Weiterfahrt in Richtung Hauptplatz.

 

Mit dem Besuch bei der Pöstlingbergbahn, welche heute das Nostalgische und Moderne harmonisch vereint, hatten Hannes und seine Eisenbahnfreunde trotz wettermässig herbstlicher Stimmung einen guten Start in die Eisenbahn- und Kulturwoche in Oberösterreich, von welcher noch die eine oder andere Reportage im Verlauf dieses Jahres folgen wird



Eröffnungsfest Rosshäuserntunnel

 

Am 25. August 2018 ging in Rosshäusern bei nasskaltem Wetter das Eröffnungsfest des neuen Rosshäuserntunnels über die Bühne. Mehr darüber kann auch www.bahnonline.ch entnommen werden.Nach dem Eintreffen der geladenen Gäste kurz vor 10:00 Uhr mit dem Blauen Pfeil in Rosshäusern begann der offizielle Festakt.

Um 13:00 Uhr erhielt auch die Gemeinde Mühleberg auf deren Boden sich die Ortschaft Rosshäusern befindet, “ihre NINA”. Mit Ansprachen der Herren Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur BLS und René Maire, Gemeindepräsident von Mühleberg wurde der am 31. Oktober 2002 von der BLS übernommene RABe 525 012-1 auf den Namen Mühleberg getauft. (Bilder 8043/8044). Danach fanden die Tunnelfahrten auf dem Programm, welche von den Festbesucher rege benutzt wurden. Darum setzte die BLS mit dem RABe 525 027-9 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. Bei der Tunnelzentrale Eggenberg beim Westportal des neun 2040 m langen Rosshäuserntunnel werfen wir auf dem Bild 8046 nochmals einen Blick auf die alte über 117 Jahre alte Strecke in Richtung Schnuremüli sowie die aktuelle Gleislage auf dem Bild 8047 beim Ostportal des neuen Rosshäuserntunnels. Weiter konnten die Besucher mit Shuttlebussen zum Notausstieg, dem Rundbau in der Nähe des Weilers Rosshäusern gelangen, wo unter fachkundiger Führung der BLS den Besucher alles Wissenswertes über den neuen Rosshäuserntunnel vermittelt wurde. (Bild 8067) Mittels Lift und 290 Treppenstufen stiegen die Besucher 50 m in den “Untergrund”, welchen man über neun Ebenen erreichte und in der sogenannten Notausstiegsstelle einen Blick in den neuen Tunnel werfen konnten. Auf dem Bild 8048 fallen dem Besucher neben den Tragwerke für die Fahrleitung auch die Beschotterung der beiden Geleise auf. Dann kamen sie...die RABe 525 012-1 und 027-9 als “Tunnel-Extrazug” auf dem Bild 8054. Bei der Rückfahrt der beiden NINA sehen wir auf dem Bild 8059 auch die beiden Geschwindigkeitstafeln mit einer Vmax von 85 – 90 km/h. Denn mit der Inbetriebnahme am 03. September 2018 wird der neue Rosshäuserntunnel zuerst einspurig mit dem westlichen Gleis mit einer Vmax von 80 km/h betrieben.


Weiter beginnen am gleichen Datum die Arbeiten zum Rückbau der Bahninfrastruktur durch die Schnurrenmühle und dem alten 1103 m langen Rosshäuserntunnel, welche am 26. Oktober d. J. abgeschlossen werden sollen. Danach finden im neuen Rosshäuserntunnel nochmals Arbeiten an den Geleisen statt, um die Fahrbahn (Geleise) nochmals zu überprüfen und dann noch entsprechend zu beschottern. Danach kann dann das 265 Mio Schweizer Franken teure Bauwerk doppelspurig und mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 160 km/h befahren werden. Weiter wird er alte Rosshäuserntunnel an seinen schadhaftesten Stellen saniert um ein Einstürzen zu verhindern und der Natur übergeben indem auch der jetzige kanalisierte Flüelenbach renaturiert wird und so ein weiteres Naturidyll westlich von Bern entstehen wird. Diese Arbeiten dauern bis zum Frühling 2020. Doch nun noch kurz zum neuen

Rosshäuserntunnel, wo die BLS den Besucher auch bei der Notausstiegstelle auf deren Fragen kompetent antwortete, sehen wir auf dem Bild 8065 den Plan des Notausstiegs sowie zwei Blicke in den 50 m hohen Schacht u. a. mit den Sicherheitstüren für die Sicherung bei einer Feuerbrunst, welche sich auf jeder 2. Etagen befinden. (Bilder 8064/8066) Mehr über den Rosshäuserntunnel kann auch via www.bls.ch/rosshaeusern entnommen werden.


Die BLS bleibt nun im Westen von Bern nicht untätig und baut mit der Sanierung des Saaneviadukts inkl. Ausbau auf Doppelspur, deren Inbetriebnahme auf Ende 2021 geplant ist, weiter. Mehr darüber unter www.bls.ch/saaneviadukt entnommen werden.



Impressionen aus dem Landwassertal

 

 Hier folgt mit meinem Besuch vom letzten Wochenende in Davos wieder einmal ein Bericht vom „Tagesgeschäft“. Am 30. Juni 2018 war ich unterwegs im Landwassertal u. a. auch in Davos Glaris, einer Fraktionsgemeinde der Landschaft Davos, welche gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Walsern besiedelt wurde. Auf dem ersten Bild (7788) sehen wir den mit der Ge 4/4 II 627 bespannten Pendelzug mit den EW I A 1244, B 2345, 2344 und BDt 1755 als R 1816, Filisur – Davos Platz auf der 35%o Steigung bei der alten Mühle unterhalb Davos Glaris mit dem Rieberbach. Weiter bietet die RhB noch bis zum 28. Oktober d. J. auf der 1909 eröffneten Strecke Davos Platz – Filisur historische Fahrten an, mehr darüber kann via https://www.rhb.ch/de/erlebniswelt-bahn/dampf-nostalgiefahrten/historische-fahrten entnommen werden. Und dann kam sie die historische Zugskomposition bespannt von der Ge 6/6 I 414, unterwegs als fahrplanmässiger Zug 1815 nach Filisur. (Bild 7790)


Wir beachten auch die Landschaft mit der Landwasser sowie rechts unten auf dem Sportplatz ein Junioren-Fussballturnier. Vielleicht sehen wir ja ca. 15 Jahren wieder ein „Bündnerbub“ in der Auswahl des SFV…Zurück wieder zur RhB, bei der aufgehobenen Haltestelle Davos Islen sehen wir auf dem Bild 7793 das legendäre RhB-Krokodil aus dem Jahre 1929 mit seiner Komposition bestehend aus den K 5615, 5563, B 2247, dem “Filisurer-Stübli” 2128, B 291, 2245 und dem A2 1102 unterwegs als R 1822 in Blickrichtung Davos Frauenkirch mit dem aus der vorreformatorischer Zeit um 1350 erbauten Kirchlein „Zur lieben Frau“. Gut in die aktuell bergfrühlingshafte Landschaft Davos passt natürlich die HCD-Lokomotive Ge 4/4 III 652 der RhB. Auf dem Bild 7794 sehen wir die am 05. November 1999 übernommene 2400 kW starke Lokomotive mit ihrer EW I-Komposition bestehend aus dem A 1261, Typ EW II “Bernina” von 1978, B 2351, 2357 und BDt 1756 unterwegs als R 1825 bei Davos Islen mit der Schatzalp und dem 1907 erbauten Hotel sowie dem Weissfluhjoch und dem Totalphorn. Weiter verkehrt die Ge 4/4 III 652 nun auch schon bereits über 12 Jahren im Look des Hockey Club Davos (HCD). Zu erwähnen ist noch das die am letzten Wochenende im Prättigau eingesetzten Pendelzüge fasst alle mit EW I bestückt waren, selbst die Zusatzmodule. Denn die in den Jahren 1962 – 1966 von der RhB beschafften EW I erreichen nun z. T. bereits das Ende ihrer Einsatzzeit. So hat die RhB bereits eine Anzahl Wagen von der insgesamt von den FFA / SIG gelieferten A 1223-1250, B 2341-2373 (LüP: 18400 mm) ausrangiert resp. verkauft.


Weiter sehen wir auch dieses Jahr in der Landschaft Davos die Churer Vorortspendelzüge aus dem Jahre 1971. Auf dem Bild 7797 mit dem Be 4/4 513, B 2416, 2419 und ABDt 1716 unterwegs als RE 1051, Klosters – Davos Platz am Davoser See kurz vor Davos Dorf. 

Hier ist noch zu erwähnen das der B 2416 und der ABDt 1716 von der RhB erst 1979 übernommen wurden und mit dem B 2419 erkennen wir den typischen Spitzenverkehrswagen, welche die RhB seit 1988 einsetzt.

Um zu den einzelnen Fotostellen zu gelangen, benutzt man am besten die Busse der Linie der Davoser Verkehrsbertriebe (VBD), welche alle 30 Minuten zwischen Davos Laret nach Davos Glaris Ortolfi verkehren. Die zwei Fotos vom 01. Juli 2018 widmen wir nochmals der Nostalgie mit dem legendären RhB-Krokodil. Auf dem Bild 7798 in Davos Platz kurz vor der Abfahrt in Richtung Filisur und auf dem Bild 7799 unterwegs im Schmelzboden unterhalb Davos Monstein. Bei der Überquerung von deren Viadukt und der nachfolgenden Einfahrt in die wildromantische Zügenschlucht durch den 241 m langen Eistöbelitunnel mit deren Steinschlaggalerie. Dass von diesen Nostalgiefahrten alle begeistert sind zeigen ja nicht nur die zahlreichen Zugspassagiere sondern auch die zwei Wanderinnen mit Hund.




 

Dernière mit MOB 4000er


Über das Wochenende vom 27. /28. April 1968 organisierte der Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich (SEAK) eine 2-tägige Exkursion ins Simmental. Der Sonntag widmete der SEAK der MOB, so stand u. a. eine Fahrt mit einem ABDe 4/4 der Serie 7-20 auf dem Programm. Danach folgte die Premiere mit dem am 05. April 1968 an die MOB angelieferten Doppeltriebwagen ABDe 8/8 4001 „SCHWEIZ“ der Serie 4000, mittels einer Extrafahrt von Zweisimmen nach Montreux, u.a. auch mit der Besichtigung der Hauptwerkstätte in Chernex.

Heute gibt man den nach wie vor eleganten und mit ihren Panoramaführerständen versehenen ABDe 8/8 4001-4004 niemals ihr Alter von 50 Jahren. Weiter haben die vier 883 kW starke Einheiten langsam das Ende ihrer Einsatzdauer erreicht. Grund für den SEAK hier den Kreis zu schliessen mit einer Dernière, welche am Samstag, 09. Juni 2018 über die Bühne ging. Dazu wählte die Produktion des SEAK’s mit dem ABDe 8/8 4004 „FRIBOURG“ bewusst den jüngsten Spross oder auch den Nachzügler aus, denn der besagte ABDe 8/8 4004 wurde von der MOB am 21. Juni 1968 übernommen, während dem die ersten drei Doppeltriebwagen von der Industrie bereits im April 1968 an die MOB abgeliefert wurden.

Nach der Abfahrt in Zweisimmen um 09:40 Uhr als Extrazug 12219 fand in der Dienststation Halten der erste von sicher gut zwei Dutzend Fotohalte statt wo wir aus der Umgebung bereits feststellen, wie das Trasse der MOB schon an Höhenmeter gewonnen hat. (Bild 7679)


Eine Portraitaufnahme des am längsten Tag dieses Jahres 50 Jahre alt gewordenen ABDe 8/8 4004 konnten die Fotografen des SEAK in Schönried anfertigen. Dazu sehen wir das 1961 neu im Chalet Stil erbaute Aufnahmegebäude und Güterschuppen sowie noch ein Fahrleitungsjoch aus der Eröffnungszeit von 1905. (Bild 7687) Kurz nach Gruben zeigt sich der Doppeltriebwagen auf dem Bild 7694 in der typischen Obersimmentaler Landschaft, wo wir u. a. ein Landwirtschaftsgebäude wahrnehmen sowie ein Chalet, welches sicher Mitte des 20. Jahrhunderts erstellt wurde.


Zu jeder MOB-Session gehört eine Aufnahme der schönen Gstaader-Brücke mit ihrem 40 Promillegefälle in Fahrrichtung Gstaad – Montreux, auf dem Bild 7696 beachten wir neben der neue Fahrleitung von 1996 auch der schöne Bergfrühling im Saanenland.

 

Weiter wurde in der Zeitspanne vom 19. März bis 01. Juni 2018 auf dem Abschnitt Château-d’Oex – Montbovon kräftig gebaut resp. die MOB investierte 50 Millionen Schweizer Franken in die Erneuerungen von Brücken, Tunnels und Galerien wie auf dem Bild 7703 wo der Fotohalt auf der sanierten Le Pont de Rossinière (Rossinière-Brücke) stattfand.

 

Auch ein schönes Fotomotiv ist die Pont du Hongrin hinter Montbovon im District de la Gruyère/Greyerzbezirk im Kanton Fribourg/Freiburg, welche mit dem 163 m langen gleichnamigen Tunnel von deren Bahnhof erreicht wird. Wir beachten auf dem Bild 7713 auch die Originalfahrleitung System Otth aus dem Jahre 1903, sowie die moderne Fahrleitung von 1997 mit welcher der Abschnitt Les Sciernes – Montbovon versehen wurde.

 

Abgeschieden in der Bergwelt ist sicher das 1907 erstellte Gebäude des ehemaligen Unterwerks in Jor, beim Westportal des 2424 m langen Tunnel du Jaman, auf dem Bild 7719 mit dem ABDe 8/8 4004 als Extrazug 12219, welcher sich hier wieder auf Waadtländerboden befindet.

 

Nach der Abfahrt von Montreux als Extrazug 12228, erfolge der erste Fotohalt auf der Rückfahrt nach Château-d’Oex in Bellmont-sur-Montreux resp. oberhalb Montreux mit dem Blick auf den Lac Léman/Genfersee oder der welchen Riviera, wie diese Gegend bei uns in der Schweiz auch genannt wird.(7728). Der Kreuzungshalt in Chernex (7731) zeigt auch die Landschaft oberhalb Montreux in Blickrichtung Les Avants mit dem Dent de Chaman. Wir beachten hier auch der Baustil der einzelnen Liegenschaften. Diese Gegend wurde Ende des 19. Anfangs des 20. Jahrhunderts vom Tourismus auch aus England stark geprägt, so entstanden hier u.a. auch private Schulinstitute.

 

Noch bis höchstens im Frühherbst d. J. kann man die typische MOB-Otth-Fahrleitung aus dem Jahre 1901 mit den Holzmasten bestaunen wir hier auf dem Bild 7738 in Sendy-Sollard mit Blick auf die Berglandschaft mit dem Dent de Chaman, welcher sich hier (noch) hinter einer Wolke versteckte.

 

Während des 2. Weltkrieges wurden Infrastrukturausbauten vorgenommen. So entstand ab 1944 auf dem Abschnitt Montreux – Les Avants die formschöne Pont du Gardiol, eine 70 m lange Stahlbetonbrücke, welche am 28. Dezember 1945 eingeweiht wurde. Die bis zu 32 m hohe Brücke erhielt den Namen des projektverantwortlichen MOB-Ingenieurs Emile Gardiol. Weiter ersetzte dies Brücke das Steinviadukt aus der Eröffnungszeit, welches noch heute sichtbar ist.(Bild 7741) Weiter konnte mit diesem Neubau auch der Kurvenradius erweitert und so auch die Streckengeschwindigkeit angepasst werden.

 

Dafür zeigte sich der mit seiner charakteristischen Form und 1875 m. ü. M. hohe Dent de Chaman auf dem Bild 7745 in Les Cases am Ostportal des Chamantunnels auf Freiburgerboden. Das Aufnahmegebäude musste 1942 nach einem Lawinenniedergang neu erstellt werden. Dazu erkennen wir das 2003 während der Sanierung angepasste Ostportals des Chamantunnels. Weiter auf Fribouger/Freiburgerboden konnte auf dem Bild 7747 der 33400 mm lange Doppeltriebwagen auf der Pont du Flon zwischen Allières und Les Sciernes fotografiert werden. Bei der Flonbrücke handelt es sich um eine 45,8 m lange Stahlfachwerkbrücke welche mit der Hongrin-Brücke in allen Punkten identisch ist. Dies Brücke wurde im Oktober 1943 während einer Streckenkorrektur um 30 Grad abgedreht, dazu erkennen wir hier die neue Fahrleitung, welche auf diesem Abschnitt erst nach 2008 erstellt wurde.

 

Wieder im Pays-d’Enhaut und zwar in La Tine konnte ein „Generationenfoto“ 7749 mit dem „Tessiner“ Be 4/4 1001, welcher die MOB 1973 von der damaligen LCD übernahm, dem ABDe 8/8 4004 sowie dem „Alpina“ Be 4/4 9202 der Serie 9000, welche ab Herbst 2016 von StadlerRail an die MOB abgeliefert wurden, und als planmässigen R 2225 von Zweisimmen nach Montreux unterwegs war, gemacht werden.

 

Pünktlich um 16:33 Uhr erreichte der ABDe 8/8 4004 Château-d’Oex, dem Hauptort des Pays-d’Enhaut, wo der Triebwagen im neu umgebauten Bahnhof nochmals verewigt wurde. (Bild 7754) Somit neigte wieder ein interessanter Eisenbahnertag mehr im Clubleben des SEAK’s seinem Ende zu.,

 

Zu erwähnen ist noch dass man die drei der vier Doppel-Triebwagen nach wie vor im täglichen Einsatz beobachten kann, auch auf der Stichlinie von Zweisimmen in die Lenk. Weiter findet vom 18. Juli – 11. August 2019 in Vevey die Fête des Vignerons statt, was auch bei der MOB für Mehrverkehr sorgen wird und daher figurieren die mit den seit 1973 versehenen Wappen SCHWEIZ/4001, VAUD/4002 und FRIBOURG/4004 versehenen ABDe 8/8 noch in den Planungen, während dem der ABDe 8/8 4003 „BERN“ bereits dem Abbruch zugefügt wurde. Weiter hört man auch das die MOB prüft um eine Einheit als historisches Fahrzeug für die Nachwelt zu erhalten.

Für diesen prächtigen Eisenbahnertag auf dem Netz der MOB gehen drei grosse Dankeschön an die MOB nämlich an Frau Denise Yousfi vom Marketing, für die angenehme Zusammenarbeit mit dem SEAK zur Realisierung dieser Fahrten, Herrn Charles-Henri Rutz, Betriebschef, er stellte für den SEAK die Fotohalte zusammen und nahm sich auch Zeit die SEAK-Reiseleitung zu empfangen zur Erläuterung der einzelnen Details zu den Fotohalten, dazu konnte der SEAK mit dem 4004 „sein Fahrzeug“ sogar direkt auswählen. Das dritte grosse Dankeschön geht schliesslich an Herrn Remo Poschung, Lokomotivführer des Depot Zweisimmen, dank ihm waren alle Fotohalte ohne zu übertreiben einmalig resp. alle SEAK-Fotografen waren mehr als nur begeistert. Nicht zu vergessen ist der klubinterne Dank an die Herren Werner Baumann vom Vorstand und Heini Hedinger vom Reiseteam für ihre interne Mitarbeit zu dieser Exkursion sowie Herr Hans Bodmer betreffend Koordination bei den einzelnen Fotohalten.

Weiter ist zur MOB das “Le grand livre du/Das grosse Buch” der MOB von den Autoren Patrick Belloncle, Jürg Ehrbar und Tibert Keller aus dem Verlag “Viafer” empfehlenswert, welches ich zur Erstellung dieser Reportage auch beizog.




Augenschein am Weissenstein

 

Wie Ihr alle wisst, wird nun nach langem Hin und Her der 3701 m lange Weissensteintunnel doch saniert. Ein ausführlicher Bericht zur aktuellen Lage könnt Ihr in der aktuellen Schweizer Eisenbahn-Revue 6/2018 entnehmen. 

Grund genug einen Augenschein in Oberdorf und Gänsbrunnen an der Bahnstrecke Solothurn – Moutier, welche von der ehemaligen Solothurn-Moutier-Bahn (SMB) erbaut wurde, zu entnehmen wo der einspurige Eisenbahntunnel den 1’395 m hohen Weissenstein, auch Hausberg von der Ambassadorenstadt Solothurn unterquert. 

Um auch Bilder vom Tunnelinnern zu machen, benutzte ich am 26. Mai 2018 den Kinozug, welcher 1999 anlässlich der “Eisenbahntage Gänsbrunnen” unter dem Namen “Tunnelkino” ins Leben gerufen wurde, mehr dazu kann unter www.tunnelkino.ch entnommen werden. Auf dem ersten Bild (7630) sehen wir den Kinoextrazug mit dem ABe 526 290-2, ex SOB von 1940 mit den offenen Güterwagen WK 012 und 011 im Bahnhof Oberdorf mit der Weissensteinbahn und dem typischen Juragebirge im Hintergrund. 


Die nächsten vier Bilder entstanden bei Bahnkilometer 12,420 im heute 110 Jahre alten Weissensteintunnel, welcher ein einseitiges Gefälle von Nord nach Süd von 18 %o aufweist. Denn der Tunnel bietet u. a. eine dort zugängliche Wasserquelle, (Bild 7642) von dieser lebensmitteltechnisch geprüften Quelle wird auch das Wasser für den Tunnelapéro geschöpft, Auf den nächsten Bildern (7647 und 7649) sehen wir den Übergang von einem mit Naturstein-Mauerwerk verkleideten Abschnitt zu einem Abschnitt mit unverkleidetem Fels. Auf dem letzten “Tunnelbild (7650) schauen wir in Blickrichtung Norden wo wir neben dem Signal und dem aktuellen Gleiszustand auch das Nordportal bei Gänsbrunnen erkennen und weiter macht sich auf diesem Bild auch die Steigung von 18 Promille bemerkbar. 


Weiter bietet die KBS-Strecke 411 auch Eisenbahn-Romantik wie auf dem Bild 7652, wo der ABe 526 260-0 als Regio 7556, Moutier – Solothurn die Stationshorizontale Oberdorf erreicht, wo neben dem Südportal des Weissensteintunnels auch die typische Nebenbahn-Fahrleitung von der guten alten Zeit auffällt. Auch das nachfolgende Bild 7653 mit der “Stahlverkleidung” welche den Gondeln der Weissensteinbahn dient, aktuell mit dem starken Grün der Natur kommt dieses Infrastruktur entsprechend zur Geltung. 


Auf dem Bild 7656 sehen wir wieder den ABe 526 260-0, diesmal als R 7559, Solothurn – Moutier in Gänsbrunnen neben dem Tunnelkinozug mit dem ex SOB-Triebwagen ABe 526 290-2. Neben den Fahrleitungsanlagen fallen auch die vielen Reisenden (z. T. junge Freizeitreisende) auf, den diese Passagiere/Kundschaft braucht die Eisenbahn, damit diese Linie auch nach der Sanierung des Weissensteintunnels in den Jahren 2020-2021 kostendeckungsgradmässig gesichert in die Zukunft schauen kann. Dort sind dann auch die Touristiker gefragt und zwar von beiden Seiten der Sprachgrenze. 


Beim letzten Bild dieser Reportage gehen wir noch ins Geschichtliche. Denn das Bild 7659 zeigt nicht nur das Nordportal des 3701 m langen Weissensteintunnels beim Bahnhof Gänsbrunnen, sondern darüber noch den Bunker der Sperrstelle Gänsbrunnen, sie war eine Verteidigungsstellung der Schweizer Armee. Die sich auf einer Höhe von 730 m ü. Meer im Solothurner Jura befindliche Anlage wurde während dem Zweiten Weltkrieg gebaut und 1995 aus der Geheimhaltung der Armee entlassen. Heute gilt die Sperrstelle Gänsbrunnen als militärisches Denkmal von nationaler Bedeutung. 


Wer mehr über die Geschichte rund um den Weissenstein und der Eisenbahn erfahren will kann das auch unter der Website www.linie411.ch  oder auch Wikipedia entnehmen. Wer nun auch “Appetit” auf den Weissensteintunnel hat, kann wie ich es gemacht habe, den “Tunnelkino” benutzen, und zwar an dem Samstagen, 23.Juni, 25. August und 22. September 2018. eine frühzeitige Anmeldung und Reservation ist empfohlen und kann auch telefonisch beim Bahnhof/Reisedient Streit in CH-3512 Walkringen unter der Nummer +41 58 327 53 20 getätigt werden. Denn eine Fahrt auf einem offenen Güterwagen durch den Weissensteintunnel im wohl längsten Kino der Welt eignet sich auch als Vereinsreise, Firmenanlässe,Familienfeste usw. Weiter bietet während den Kinofahrten der Bahnhof Oberdorf auch ein gemütliches Kinobeizli wo man auch gemütlich verweilen oder das Erlebte revue passieren kann.



Berns Meistertram


Seit 4. Juni 2018 hat nun auch die Stadt Bern ihr Meistertram, nämlich das YB-Meistertram.

Der 2010 von Bernmobil übernommene Be 6/8 671, Typ Combino XL verkehrt seit gestern auf der Linie 9 des Bern Mobil-Netzes.

Auf den drei Bildern vom 6. Juni auf seiner “Stammstrecke” sehen wir den 41’450 mm langen Tramzug beim Stade de Suisse wo der aktuelle Fussball Schweizer Meister seine Heimspiele austrägt. Weiter fallen auf den beiden ersten Bilder neben den 12 Meisterjahren auch die Unterschriften des Meisterteams am ersten Modul des 49,8 t schweren Niederflurtrams auf. Dieses Tram soll laut Medienmitteilung des BSC Young Boys in den kommenden Monaten auf den Linien 8, Saali – Brünnen Westside Bahnhof und 9, Wabern – Wankdorf Bahnhof verkehren.


Es bleibt zu hoffen dass die BernerInnen das/ihr YB-Meistertram für längere Zeit in der Innenstadt antreffen wie auf dem letzten Bild 2365 an der Haltestelle Bärenplatz in der Spitalgasse. Denn das wäre dann auch endlich ein entsprechendes Bekenntnis der Stadt Bern zum BSC Young Boys. Denn in Basel verkehren auf deren Tramnetz auch seit längerer Zeit ein FCB-Tram, wenn nicht sogar zwei und was in Basel möglich ist, sollte doch in Bern möglich sein.






TEE-Classics bei der Schinznacher Baumschulbahn

Am Samstag, 14. April 2018 konnte Salem Blum, Präsident von tee-classics im Restaurant Bären in Schinznach Dorf 23 Personen zur 24. Mitgliederversammlung vom Verein TEE-CLASSICS begrüssen.

Nach dem statuarischen Teil, welcher in der familiären Atmosphäre speditiv abgearbeitet wurde und dem anschliessendem Apéro stand dann der Besuch bei der Schinznacher Baumschulbahn (SchBB) auf dem Programm. 

Die SchBB kann in diesem Jahr ihr 40 jähriges Jubiläum feiern. Die Schinznacher Baumschulbahn mit ihren etwa 3 km langen Streckennetz, befindet sich im Areal der Landgärtnerei Zulauf. Dieser Betrieb besteht seit 1879. Um den Transport von Bäumen, Erde, Torf undanderen Komponenten zu vereinfachen, wurde 1928 eine Gleisanlage mit einer Spurweite von 600 mm angelegt. Die Wagen wurden dabei mit Muskelkraft verschoben, also ohne motorisierten Fahrzeuge. Inden 1950er Jahren, als die Strassenfahrzeuge u.a. wie Traktoren und Kleintransporter zu boomen begannen, wurde auf den Schienentransport verzichtet und die Geleise grösstenteils entfernt. Zum 100 Jahr-Jubiläum der Landgärtnerei wurde vorgeschlagen, die Feldbahn wieder aufleben zu lassen und die Mitarbeiter der Hermann Zulauf AG begannen mit dem Wiederaufbau und am 13. April 1978 fanden erstmals wider öffentliche Fahrten statt. Weiter wurde 1980 der Verein Schinznacher Baumschulbahn gegründet. Mehr über die Geschichte der SchBB kann im Internet unter der Homepage der SchBB, www.schbb.ch oder via Wikipedia entnommen werden oder auch aus der aktuellen Sondernummer vom Verlag LOKI. 

Am besagten 14. April 2018, wo auch die Bilder stammen, war zugleich Eröffnungstag der aktuellen Saison und entsprechend war der Andrang auch dank dem prächtigen Frühlingswetter entsprechend gross.Wie wir es im Eisenbahnjargon kennen, braucht jedes EVU auch seine Infrastruktur um seine Fahrzeuge pflegen und unterhalten zu können wie das die zwei ersten Bilder dieser Reportage zeigen. In ihrem eigenen Bahnbetriebswerk, werden nicht nur die Wartungsarbeiten ausgeführt, sondern es dient auch der Sammlung von historischem Eisenbahnmaterial mit Dampf- und Diesellokomotiven. (Bilder 2296 und 2297).


Nun kommen wir mit dem Bild 2300 in den Fahrnachmittag wo nicht nur die Teilnehmer von tee-classics sondern auch Familien mit Kindern auf den Zug mit der Dampflokomotive “Pinus” warten. Die dieses Jahr81 Jahre alt werdende, zweiachsige “Pinus” wurde von Henschel & Sohn in Kassel erbaut und war zuerst in Limburg an der Lahn in Privatbesitz. Weiter wurde sie im Zweiten Weltkrieg für Aufrüstungszwecke einbezogen und war betriebsuntauglich bis sie via Umwege 1955 von der Sauerländischen Kalkindustrie in Messinghausen bei Brilon übernommen wurde. 1962 kam sie nach Lürschau bei Schleswig zu denKies und Schotterwerken Nordmark. Nach der Ausrangierung um 1975 konnte die die SchBB zwei Jahre später die Dampflokomotive übernehmen. Der Werdegang der “Pinus” wie auch von den andern Lokomotiven der SchBB kann wie bereits oben erwähnt aus den entsprechenden Fachmedien entnommen werden. 


Die nachfolgenden Bilder zeigen Impressionen vom Trassee der SchBB,welches auch z. T. durch die Gewächshallen der Landgärtnerei Zulauf führt wie die Bilder 2304 und 2305 mit den vielen fröhlichen Gesichter von Jung und Alt zeigen. 


Weiter lässt die Strecke sogar Parallelfahrten zu wie auf dem Bild 2306, was sicher auch eine entsprechende Attraktion ist vor allem wenn man sich dann zu einem späten Zeitpunkt wieder begegnet wie auf dem Bild 2308 mit den Hügelzügen rund um den Bözberg. 


Das Abschlussbild zeigt nochmals die “Pinus” bei der Ausfahrt vom “Bahnhof”..  


Neben ihren zahlreichen Dampflokomotiven besitzt die SchBB zusätzlich sechs Diesellokomotiven. Diese Occasionsfahrzeuge sind für die Rangiermanöver unentbehrlich. Um die zahlreichen Eisenbahnfans und Feldbahnliebhaber zu transportieren braucht die SchBB natürlich auch Personenwagen, nämlich 12, davon sind drei rollstuhltauglich. Um Fotozüge zu bilden übernahm die SchBB vor fünf Jahren zwei ehemalige Brigadewagen der deutschen Heeresfeldbahnen, welche sie entsprechend restauriert(e). Weiter kann man ein Besuch bei der Schinznacher Baumschulbahn im Areal der Landgärtnerei Zulauf auch mit deren Kerngeschäft kombinieren, es bietet den Besucher, sei dies individuell oder auch als Firmen- oder Vereinsanlass Verpflegungsmöglichkeiten und diverse Fahrausweise wie Tageskarten an, so dass man die grüne Landschaft rund um den Bözberg wirklich geniessen kann.

 

 

 


YB-Fanzüge

Am 28. April 2018 um ca.20:52 Uhr brachen im Berner Stade de Suisse alle Dämme, als der BSC Young Boys nach einem 32 jährigen langen Warten vorzeitig den 12. Meistertitel in seiner 120 jährigen Klubgeschichte im Schweizer Fussball feiern konnte, die Bilder gingen ja rund um die Welt. Wie Ihr alle wisst, werden bei uns in der Schweiz Extrazüge für Fussballfans mit den SBB koordiniert. Meistens besteht ein Extrazug für Fussballanhänger in Zusammenarbeit mit den betreffenden Klubs aus max. acht Reisezugwagen, aktuell stellen die SBB Reisezugwagen, Typ Bm, welche als RIC-Wagen ab 1967 in den Betrieb kamen. Traktionsmässig stellen die SBB dazu Lokomotiven des Typ Re 420 (Re 4/4”)
 

Doch die Euphorie in Bern hatte auch Auswirkungen auf den heutigen Fan-Extrazug nach Sion/Sitten. Es wurden nämlich sogar  zwei Extrazüge geführt, weiter mussten sie infolge Nachfrage auch traktionsmässig stärker bespannt werden und zwar mit je einer LOK 2000. Auf dem Bild 2347 sehen wir den ersten 11-Wagen-Zug mit der am 01. Dezember 2015 hauptrevidierten und GBT-tauglichen Re 460 016-9, welche den Berner Hauptbahnhof um 14:37 Uhr via Fribourg – Puidoux-Chexbres – Vevey in Richtung Rhonetal verliess, fotografiert von der Bühlbrücke mit Blick auf den Berner Hausberg Gurten.


Gut 13 Minuten später folgte der zweite Fan-Extrazug bestehend aus 9 Bm, geführt von der Re 460 114-2, welche vom Gleis 10 des Bahnhofs Bern im Gebiet Aebimatte in die “Fribourger-Linie” wie man die KBS 250 bei uns in Bern nennt, einbog. Dabei überliess der entgegenkommende IR 2523, Genève-Aéroport – Luzern auf der Höhe des Depots Aebimatte dem YB-Extrazug den Vortritt und auch die ebenfalls planmässig um 14:50 Uhr in Bern abfahrende S2-15254, Langnau i. E. – Laupen wurde im Gebiet Aebimatte auf ein Nebengeleis geleitet, so dass der zweite Extrazug freie Fahrt hatte. Da haben die SBB-Disponenten wieder einmal gute Arbeit geleistet.


Die “eigentliche Arbeit” haben die beiden Re 460 dann erst auf der Rückfahrt, denn wenn sie nämlich die beiden Extrazüge von Vevey über die bis zu 44 Promille ansteigende “Train des Vignes” (KBS-Linie 111) nach Puidoux hinaufziehen müssen. Denn die Tara eines Reisezugwagens Typ Bm beträgt 36 Tonnen. Oder auch aus der YB-Optik gesehen, “die Fans des neuen Schweizer Meisters fahren nur mit dem besten „Traktionsmittel”. Im übrigen konnten die Young Boys das Auswärtsspiel im Wallis gegen den FC Sion/Sitten 1:0 gewinnen, so dass die ca. 1500 YB-Fans heute gegen Mitternacht in Bern sicher gutgelaunt aus den beiden Extrazügen aussteigen werden.




Das Eisenbahn-Forschungslabor im Worblental


Am 10. März 2018 besuchten über 20 Mitglieder der Sektion Espace-Mittelland der ProBahn Schweiz im Berna-Park in Deisswill bei Stettlen das “Bahnlabor” Dynamisches Eisenbahn System Modell, wo die Besucher nach der Begrüssung durch die Herren Jürg Suter, Eduard Eisenring und Erich Rüeggsegger Einsicht in deren Tätigkeit erhielten. Das “Desm”, von deren Präsident Jürg Suter entwickelte Forschungslabor simuliert mit Modellen und Fallstudien Betriebsabläufe der Bahnen. Dazu gehören auch Stellwerke, Führerstandssimulatoren etc. 

Werfen wir mit den acht beigefügten Fotos einen Blick in das Forschungslabor. Auf dem ersten Bild 100318002 sehen wir das Kontrollpult eines 1932/1933 von Sécheron Genève (SAAS) an die damalige EBT resp. an deren Vorgängerbahnen EB und BTB gelieferten CFe 2/4 121-132. Auf dem Bild 100318003 sehen wir das aus einem Befehls- und Signalstellwerk bestehende mechanische Stellwerk aus Cerveny Kostellec in der heutigen tschechischen Republik. Kilometermässig x-mal näher bei Deisswil verrichtete das Schalterwerk auf dem Bild 100318004 von 1953-1989  seinen zuverlässigen Dienst, nämlich in Obermatt im Emmental. Weiter werfen wir auf den Bilder 100318005 und 100318009 je einen Blick in den Simulator der SBB-Re 4/4 II 11207. Die am 24. Februar 1970 von den SBB übernommene Lokomotive ist nach wie vor im Einsatz und zwar hauptsächlich auf dem Netz der S-Bahn Zürich, gehört sie doch heute SBB-intern zur “Lion-Familie” welche 30 Einheiten umfasst, an. Weiter konnte das Desm ein Führerstand der Ae 6/6 11406 übernehmen, diese legendäre Gotthard-Lokomotive wurde von den SBB am 23. Februar 1956 übernommen. Auch aus Pratteln (Bild 100318006) konnte für die Simulationen von Betriebsabläufen ein Stellwerk übernommen werden. Weiter sehen wir auf dem Bild 100318007 drei von insgesamt fünf Standard-Führerstände von den RBe 4/4 1401-1482 der SBB, welche dienen damit mehrere Probanden gleichzeitig an einer Simulation teilnehmen können. Auf dem zweitletzten Bild 100318008 sehen wir ein nostalgisches Signal mit der Hippsche Wendescheibe aus Guarda im Unterengadin aus dem Jahre 1913 sowie den Lok-Simulator Re 460. 


Nach deren eindrücklichen Präsentation durch das Desm-Team konnten sich die Besucher bei einem gemeinsamen Apéro noch weiter über die Tätigkeiten des Desm und “unserer Eisenbahn” unterhalten. 

Ich habe bei dieser Reportage bewusst auf technische Details verzichtet, denn die ruft man am besten unter www.desm.ch ab, wo man wirklich auf reichhaltige Informationen und auf deren Zwecke/Aufgabenbereich des Desm stösst. Weiter heissen Jürg Suter und sein Team Besucher herzlich willkommen, via Kontaktformular kann eine Anfrage gestellt werden. 

Ein Dank für diesen interessanten Einblick in das “Eisenbahn-Forschungslabor” geht an die Herren Aldo Hänni und Kaspar Woker vom ProBEM-Präsidium und Herr Jürg Suter und seinem Team vom Desm.



In der Romandie angetroffen

 

Am 10. Februar 2018 fuhr ich betreffend Rekognoszierung für die nächste SEAK-Exkursion nach Yverdon. Da traf ich u. a. in Neuchâtel während der Umsteigezeit und in Yverdon neben den Fahrzeuge der SBB auch solche der Player BLS, transN, tpf und travys an. Doch nun der Reihe nach. Auf dem ersten Bild 2280 sehen wir im Bahnhof von Neuchâtel den am 22. März 2017 von der transN übernommene RABe 523 075-0 im Einsatz als RE 3974 nach Le Locle. Die TRN konnte für die Bestellung dieses Fahrzeuges mit drei andern Flirts auf eine Option der SBB zurückgreifen, daher auch die kurze Lieferfrist von nur 16 Monate. Weiter weisen diese vier RABe 523 acht Aussentüren gegenüber vier der drei Vorgänger RABe 527 331-333 auf. Weiter sehen wir auf dem Bild 2281 den RABe 525 011-3 der BLS nach seinem Refit auf dem Gleis 1, mit welchem ich von Bümpliz Nord nach Neuchâtel fuhr und nächstens als S5-15753 zurück nach Bern fahren wird. Es fällt auch die neue Matrixanzeige auf. 

In Yverdon werfen wir einen Blick auf die Geleise der travys mit allen Fahrzeugtypen, welche seit 1981 auf der ehemaligen YSteC im Einsatz stehen und erst noch mit den Aussenanstrichen aus deren Epochen. (Bild 2282) 


Im Areal des SBB-Industriewerkes konnte ich mit der SBB-Re 460 096-1 eine LOK 2000 ablichten welche am 29. November 2017 ihre erste Hauptrevision (R3) mit dem Modernisierungsprogramm durchlief, mehr dazu unter www.bahnonline.ch. Diese auf den Namen Furttal getaufte Lokomotive wurde am 30. Juni 1994 von den SBB übernommen. (Bild 2283) 


Weiter sehen wir im Bahnhof Yverdon eine Mannschaft der SBB die auch am Wochenende für die Sicherheit der Infrastruktur viel unternimmt wie auf dem Bild 2284 mit der Erneuerung des Gleis 3 – hier spreche ich einen grossen Dank an die Eisenbahner aus, welche zu jeder Jahreszeit/Wetter für ihren Arbeitgeber und deren Kunden im Einsatz stehen. 


Das letzte Bild (2288) schoss ich wieder in Neuchâtel mit dem RABe 527 192-4 des tpf von 2011, kurz vor der Abfahrt als S20-14459 via Ins – Murten nach Fribourg/Freiburg. 


Erwähnen möchte ich auch wie alle von mir benutzten Züge nicht nur pünktlich, sondern sogar „oberpünktlich“ waren, damit ich vor allem in Neuchâtel genug Zeit hatte um den NINA der BLS und die beiden Flirts vom tpf und transN abzulichten.