SEAK-Exkursion am 20. März 1999 zur BLS |
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Am Wochenende des 20. März 1999 organisierte der SEAK eine Exkursion zu den drei wichtigsten Depots und Werkstätten der BLS (Holligen, Spiez und Böningen). Für einen Holländer eine besondere Gelegenheit um sich dort einmal in Ruhe umsehen zu können. Deshalb bin ich am Freitag in die Schweiz geflogen und am folgenden Sonntag wieder zurück. "Entweder man hat ein Hobby oder man hat es nicht" für Aussenstehende nur schwer erklärbar.
Die meisten sind zusammen mit uns in Zürich zugestiegen, die Restlichen folgten später in Bern. Es war schön, wieder die bekannten Gesichter von den SEAK-Mitgliedern zu sehen und mit den Leute plaudern zu können. Peter Lais, unser Präsident, war verhindert (er hat scheinbar auch etwas mit Südamerikanischen Bahnen zu tun), aber seine Mutter, mit der ich mich sehr angenehm unterhalten habe, war dafür zu dieser Reise mitgekommen. Es freut mich besonders, dass jeweils so viele Frauen an diesen Reisen teilnehmen. Mit dem IC808, einem EW IV-Pendelzug, bestehend aus einer Re460, einem EW IV-Bt und EW IV A- & B-Wagen, sind wir um 07:03 Uhr via Olten in Richtung Bern abgefahren. Eine schnelle komfortable Reise von etwas mehr als einer Stunde. Der Vater unseres Reiseleiters und im SEAK dessen Assistent, hatte mit dem Lokführer vereinbart, den Rollo als Sichtblende zum Führerstand im Steuerwagen hochzuziehen, sodass wir durch das Fenster auf die Strecke sehen konnten. Das war eine schöne Gelegenheit zu einer Fahrt mit Lokführer-Sicht. Eine besondere Erfahrung, da ich (und ich glaube die meisten anderen) diese Strecke noch nie aus dem Führerstand beobachten konnten. Übrigens waren während des ganzen Tages Plätze in reservierten Wagen für uns organisiert. Das ist sehr angenehm, weil im Gegensatz zu den Niederlanden die Züge in der Schweiz am Wochenende stets gut belegt sind. Mit nur zwei Minuten Verspätung (wir mussten in Olten wenige Minuten auf einen verspäteten Internationalen Zug mit Holländischen Schlafwagen warten), trafen wir in Bern ein. Zum umsteigen auf den Regionalzug (S3 15317) nach Bern-Ausserholligen GBS auf Gleis 10 mussten wir uns etwas beeilen. Die Umsteigezeit reichte aber gut und schon nach kurzer Fahrt (ungefähr 3 Minuten), sind wir auf unserem ersten Bestimmungsbahnhof angekommen. Zusammen sind wir zum Depot Holligen gelaufen, wo wir von Herrn Josef Stöckli, verantwortlicher Leiter für alle BLS Werkstätten, begrüsst wurden. Während des ganzen Tages hat uns dann Herr Stöckli begleitet und hervorragend betreut.
Im Depot angekommen wurde unsere Gruppe vom Depotleiter übernommen. Zu unserer großen Freude teilte er uns mit, dass es eine Besichtigung auf eigene Faust werden soll. Wir durften uns im ganzen Depot und im Freigelände umschauen und alles ausgiebig besichtigen. Er stand uns zusammen mit Herrn Stöckli die ganze Zeit zur Verfügung, um alle unsere möglichen und unmöglichen Fragen zu beantworten. Draußen wurden wir zur Vorsicht gemahnt, weil die Geleise nach Neuchâtel und Lausanne gleich neben dem Depot verlaufen.
Im Depot waren verschiedenen Züge zu sehen; unter anderem RBDes mit Bt und Mittelwagen (der BLS-Äquivalent von den SBB-NPZ), der schon ältere ABDe 4/8 749 mit Steuer-Wagen ABt 991 aber auch einen interessanten Hilfswagen und - "Last but not least" - auch zwei neue Ninas (RABe 525 001 und 003).
Wir hatten ausführlich Gelegenheit, alle Fahrzeuge auch im Fahrgastraum und den Führerständen zu besichtigen. Dazu bekamen wir von den BLS-Mitarbeitern detaillierten Informationen.
Vor dem Depot standen der Tm 89 (Robert Aebi 1991), eine RBDe-Pendelkomposition sowie die Re 4/4 169 (BBC/SLM 1970) und Re 4/4 185 (BBC/SLM 1974), die wir ebenfalls von innen besichtigen konnten. Nach einer Weile traf mit dem RABe 525 002 noch eine dritte Nina ein, von der wir schöne Aufnahmen in gutem Licht machen konnten. Ein interessanter Besuch, der durch die gegebenen (und ungekannten) Freiheiten einen besonderes relaxten Charakter hatte.
Dieser Besichtigung hatte mehr den Charakter eines Rundgangs. Der Depot/Werkstätte-Leiter machte diese persönlich. Wir begannen mit dem alten Depot, um danach den neu angebauten zu besuchen. Die Differenz erscheint nicht so groß, obschon die neuere Halle heller und grosszügiger ist. Neben einigen Re 4/4 Lokomotiven, einer Anzahl RBDes und ein paar Tes, standen waren auch die Ce 4/6 307, die Ae 4/4 252 und eine Ae 8/8 zu bestaunen.
Von Letzterer sind leider nur noch zwei Exemplare vorhanden, nachdem vergangenes Jahr bei einem Remisenbrand in Spiez zwei Stück dieser imposanten Loks komplett zerstört und bereits früher eine verschrottet wurde. Der Depotleiter erzählte uns, dass es keine Transformatoren mehr für die Ae 4/4 und Ae 8/8 gebe und die Maschinen somit bei einem Trafoschaden ausgemustert werden müssten. Ein neuer Transformator kostet über 1 Mio. SFr. ein Aufwand der sich bei diesen betagten Maschinen nicht mehr lohnen würde. Auch hier wieder genügend Gelegenheit, die Maschinen auch von innen zu besichtigen und zu fotografieren. Der Unterschied zwischen den alten Führerständen und denjenigen in der neuen Nina ist enorm. Die Nostalgie von den alten spricht mich mehr an, aber ich kann mir vorstellen, dass die BLS-Lokführer nicht gleich darüber denken.
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Auf den Zufahrts-Gleisen
zum Depot waren ebenfalls einige Lokomotiven abgestellt, unter anderem die Ae 4/4 251.
Neben dem Depot stand die historische Ae 6/8 205. Eine großartige Maschine! Sie erhielt
wieder die alte Aufschrift "Bern-Lötschberg-Simplon" in Schattenschrift an den
Seitenwänden.
Buchstäblich auf dem Abstellgleis standen noch die Ce 4/4 313 & 316 sowie der Be 4/4 761. Sie waren aber so abgestellt dass fotografieren nicht einfach war. Re 465 gab es keine zu sehen, denn diese waren natürlich unterwegs Auch die Werkstätten sind sehr sehenswert. Schade nur, dass am Samstag nicht gearbeitet wird. Interessant war es zu erfahren, dass in Spiez auch Arbeiten für andere Bahn-Gesellschaften ausgeführt werden. So sahen wir Drehgestelle zur Revision von RBDes der MThB und Motoren der FO HGe 4/4 I.
Nachdem Besuch der Werkstätte, bei dem wir ausführliche Erläuterungen zu all den hier stattfindenden Arbeiten erhielten, sind wir wieder zurück zum Bahnhof Spiez spaziert. Hier verköstigten sich die meisten Teilnehmer im Bahnhof-Buffet oder im Migros-Restaurant. Wir verabredeten uns wieder für 13:00 Uhr vor dem Stellwerk. Diejenige Gruppe die am Morgen das Depot und die Werkstätte besichtigt hatte, kam nun in den Genuss einer Führung im Stellwerk und umgekehrt. Ich persönlich interessiere mich mehr für das Rollmaterial, als für die Technik, die in einem Stellwerk zu sehen ist, deshalb bin ich nicht mitgegangen, sondern habe die Zeit genutzt, um im Bahnhof Spiez noch etwas zu fotografieren. Darunter die beiden Ae 4/4 257 & 258 (BBC/SLM 1955), welche wir an diesem Tag noch nicht gesehen hatten. Die 258 wurde fahrplanmäßig im D2352 nach Zweisimmen (Kursbuch-Strecke 320) eingesetzt, die andere war abgestellt mit einer identischen D-Zugskomposition, unter anderem mit einem als "Salon Bleu" bezeichneten A-Wagen.
Neben den Abstellgleisen der Brünig-Bahn und der BOB trafen wir nach kurzer Fahrt in unserem letzten Bestimmungsort ein. Der Werkstätte Bönigen widmet sich hauptsächlich dem Unterhalt des Wagenparks. Diese waren in alle Gattungen und Ausführungen, sowohl in alter wie auch moderner Bauart zu sehen.
Draußen war die Ae 8/8 273 abgestellt, ohne Nummern, Wappen und Aufschriften. Zum Schutz vor sogenannten "Eisenbahnfreunden" mussten diese entfernt und getrennt von der Lok sicher aufbewahrt werden.
Auch der alte "Tintenfisch" aus der SBB-HW Olten war mit der neuen Bezeichnung Ta 3 zu entdecken.
Auch diesmal war die Führung von hohem wissenswertem Charakter und die Ausführungen über den Betrieb von bester Qualität. Wir haben wirklich alles gesehen, von der Malerei über die Waschstrasse, Sattlerei, Schreinerei, den elektrischen Abteilungen bis hin zu den Radsatz-Drehbänken. Draußen stand allerlei Hilfsmaterial und der ausrangierte BLS/GBS Be 4/4 763, bereit zum Abbruch. Im Juni dieses Jahres wurde der Triebwagen zum Abbruch nach Kaiseraugst überführt.
Unterwegs wurden uns sogar Getränke und Sandwiches offeriert. Daneben war allerhand Dokumentationsmaterial vorhanden aus dem wir uns gerne bedienten.Nach einem letzten Wort von Herrn Stöckli, haben wir uns von der BLS verabschiedet. Ich möchte festhalten, dass die BLS diesen Tag ausgezeichnet vorbereitet hat und uns die hervorragende Möglichkeit gab, alles ausgiebig zu besichtigen unser Hobby zu vertiefen. WELL DONE and THANKS!!!
Entlang dem Brienzersee und durch das Tal nach Meiringen, sah man hie und da noch ein wenig Schnee. Dass änderte sich bald, als wir den Pass hinaufgeklettert waren. Oben lagen noch immer mehr als 1½ Meter Schnee. Durch dass Pflügen und Schleudern waren die Schneemassen an einigen Stellen bis zu 3 Meter hoch. Es war so eine außergewöhnlich schöne Fahrt mit dem Sonnenschein. Die beiden SEAK Wagen ergaben ein total unterschiedliches Bild. Im Einen war es ein großes Fest mit einigem Bier und so weiter, im Anderen herrschte Ruhe und man genoß das Panorama und die Fahrt. Um 18:08 Uhr trafen wir in Luzern ein und mussten uns für die letzte Etappe nach Zürich (Kursbuch-Strecke 660) beeilen, weil der IR1984, ein nagelneuer IC2000, schon abfahrbereit war. In Luzern haben wir uns von einigen Teilnehmern verabschiedet und sind im reservierten Wagen schon um 18:11 Uhr abgefahren. In Zürich HB angekommen, hat sich die Gruppe um 19:00 Uhr verabschiedet. Die Meisten sind nach solch einem langen Tag nach Hause gegangen. Die Stärksten aber sind noch zum inoffiziellen SEAK-Stammlokal Restaurant Johanniter im Niederdorf gegangen. Dort haben wir noch sehr gut gegessen und auch getrunken. Während die Einen ihr Bier oder ihren Most tranken, erzählten andere aus ihrem komplizierten Liebesleben oder stellten die gerade aktuelle Freundin vor. Kurz - es war sehr gemütlich und ein schöner Abschluss diese Tages. In Gegensatz zu den Wetterprognosen (Regen), haben wir einen ganz schönen sonnigen Tag gehabt. Die Organisation war perfekt, die Gastlichkeit der BLS großartig. Ein Tag um nicht so schnell zu vergessen.
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Bart de Bock / 25.03.99
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05.05.11