125 Jahre Rorschach - Heiden-Bergbahn (RHB) (Teil 5) von Hans Waldburger/SEAK, Zürich |
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Bauten und Anlagen Brücken Bahnhof Heiden im Wandel
der Zeit Fahrleitungsanlagen
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Angaben in Kürze über die RHB |
Imposante Brückenbauwerke gab es auf der RHB noch nie, sondern nur einige kleine Bauwerke über Wege und Strassen. Von den Überführungen fällt dem Fahrgast nur jene im Winkelsbühl oberhalb Schwendi auf. Auf Grund des Brückeneinsturzes bei Münchenstein mussten 1894 auch die Brücken der RHB etwas verstärkt werden, wofür die VSB-Werkstätte Rorschach beigezogen wurde. Das Eisenbahndepartement verlangte den Umbau der hölzernen Überfahrtsbrücke bei km 2.275 in eine eiserne; die Bahn versprach baldige Ausführung. 1929 wurde im Hinblick auf die Elektrifikation mit den Arbeiten zur Hebung der Strassenbrücke bei der Station Wienacht von 4,75 m auf 5,10 m begonnen. Im Laufe der Jahre mussten die Bauwerke immer wieder einmal verstärkt und instandgestellt werden. Einzelne Über- und Unterführungen mussten den Strassenverbreiterungen angepasst werden. 1969 wurde mit dem Bau der Autobahn-Überführung in Rorschacherberg begonnen, ebenso mit dem Bau der neuen Strassenunterführung im Sandbüchel. Die Autobahn mit einer Brücke über die RHB kam am 12.12.1973 in Betrieb. Die Brücke über die RHB im Winkelsbühl, die seinerzeit für 3,5 t Last gebaut worden war, wurde 1991 innert eines Tages abgebrochen und durch eine vorfabrizierte Brücke für 12 t (Feuerwehrauto 16 t) ersetzt. |
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Typische Zugskomposition der 60er-/70er-Jahre am 16. September 1972 unterhalb Heiden mit ABDeh 2/4 23, AB² 13, B² 17 und Sommerwagen 7. Bild: Hans Waldburger |
Gleisanlagen Die Anordnung des ursprünglichen Oberbaues unterschied sich von der Rigibahn, indem die Längsschwellen nicht aussen an den Querschwellen, sondern in der Mitte als Unterlage der "Zahnschiene" angeordnet wurden, damit die Zahnstange erhöht wurde, um die Fahrt der Bergbahnfahrzeuge nach dem Hafenbahnhof zu ermöglichen (gleiche Anordnung wie 1871 bei der Ostermundigen-Bahn angewendet). Querschwellen waren aus Eichenholz, die Längsschwellen aus Tannenholz. Die Mauersätze in Distanzen von 135 m erstellte man nicht wie bei der Rigibahn schief gegen die Steigung, sondern senkrecht. Die Laufschienen hatten keine Unterlagsplatten. Die erste Beschotterung bestand aus Sandsteinmaterial, darüber eine zweite Schicht aus "ordentlichem Kies, stellenweise allerdings etwas schwach". Unter den Zahnschienen wurde Platz gelassen für den Schnee. 1877 wurde in Wienachten ein, allerdings nicht durchgehendes zweites Gleis angelegt, um "auch grösseren Anforderungen des Steintransportes zu genügen". Bereits 1880 sah man sich veranlasst, den Ersatz der weichhölzernen Langschwellen durch normale Querschwellen in die Wege zu leiten. Es wurden versuchsweise einige eiserne Schwellen eingebaut und einige Langschwellen durch Eichenquerschwellen und Zahnstangensättel ersetzt. Die Schwellenauswechslung (neben den Langschwellen auch defekte Querschwellen) fand ausser auf der Strecke Wienachten Schwendi (folgte 1885) auf der ganzen Strecke statt. 1886 musste auch der Ersatz der alten Eisen- durch neue Stahlschienen an die Hand genommen werden. Ab 1888 wurden dann aber alljährlich 600 700 Schwellen gegen stärkere ausgewechselt und "auch die Befestigungmittel bedeutend verstärkt". Nach dem Übergang zu einen stärkeren Oberbau stimmte das Eisenbahndepartement 1890 der bei der RHB üblichen Zahnstangenlagerung, die es während Jahren bemängelt hatte, zu. 1895 war die ganze Strecke Bergstation - Wienachten mit den neuen Stahlschienen, allerdings nur 20 kg/m schwer, ausgerüstet. 1896 erhielt die RHB eine erste normale Weiche (bis anhin hatte sie nur "Schleppweichen") Die Beschotterung der Strecke wurde bis etwa 1910 mit minderwertigem Material (Sandstein) vorgenommen, ab dann kam Material guter Qualität zum Einbau. 1913 wurden zehn Ausgleichs-Zahnstangen von der Maschinenfabrik Esslingen eingebaut. Von der Schmalspurbahn Lausanne Echallens - Bercher wurde 1913 ein Posten von 900 m bei der Streckenverlegung überzählig gebliebener Schienen übernommen. |
Dienstzug unterhalb der Station Heiden am 26. Mai 1981. Bergseits der Unkrautvertilgungswagen in Aktion, talseits der mit Holzstangen beladene Rollwagen. Bild: Hans Waldburger |
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1919 wurden Versuche mit "armierten Zahnstangensätteln" angestellt. Die Zähne mussten sukzessive neu genietet werden. Spurerweiterungen, die früher unzulässige Werte erreichten sowie Fehler in der Höhenlage der Zahnstange wurden nun behoben. Die selbst hergestellten Eisenbetonsättel bewährten sich nicht durchwegs, weshalb deren Anwendung wieder abgebrochen wurde. Die alljährlich wegen Verfaulen oder Zerreissen abgehenden Holzsättel wurden nun durch die zwar teureren, aber viel haltbareren Sättel aus Flusseisen Fabrikat von Roll ersetzt. 1920 notierte der Kontrollingenieur "Die Schiebebühne bei der Wagenremise Bergstation ist noch immer im gleichen verwahrlosten Zustand wie seit vielen Jahren". Die neuen Zahnstangensättel wurden vor der Elektrifikation bis auf wenige kurze Zwischenstücke fertiggestellt. Es wurden neue Zahnstangeneinfahrten von SLM eingebaut. Die Verkehrszunahme während des zweiten Weltkrieges gab Anlass zur Verbesserung des Oberbaues. Mit dem Ersatz des früher verwendeten, mit Sand und Erde durchsetzten Rheinkieses durch Hartschotter wurde fortgefahren. Da keine neuen Schienen in dem bei der RHB üblichen abnormalen Profil erhältlich waren wurde damit begonnen, die Schienen zu 36-m-Abschnitten zusammenzuschweissen. Für die Gleiserneuerung Bergstation Wienacht-Tobel wurden die nötigen Schienen 1947 angeschafft, doch musste die Auswechslung noch bis 1949 verschoben werden. Besonders auf der Strecke Wienacht Heiden traten um 1960 zunehmend mehr Ermüdungsbrüche auf, zudem genügten die Schienen für die zunehmenden Achslasten der Güterwagen nicht mehr. Ihr baldiger Ersatz musste in Aussicht genommen werden. |
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RHB ABDeh 2/4 24 mit dem B² 9 am 18. Oktober 1966 in Rorschach Bahnhof. Daneben der am 31. Mai 1977 ausgemusterte "Jura-Pfeil"; RBe 2/4 1010. Das Einzelstück wurde leider im Sommer 1978 im SBB-Depot Rorschach abgebrochen. Bild: Hans Waldburger |
1982 begann erneut ein Totalumbau des Gleises mit Ersatz der Holz- durch Stahlschwellen und Einbau von Schienen des SBB-Profils I. Wegen der höheren Schienen mussten die Zahnstangensättel ersetzt werden. Dieser Totalumbau konnte nach sieben Jahren abgeschlossen werden. Das Gleis ist durchgehend verschweisst und von Holz- auf Stahlschwellen sowie Profil-I-Schienen umgebaut worden. Um 1990 mussten an den inzwischen weit über hundert Jahre alten Zahnstangen nicht mehr festsitzende Zähne neu eingeschweisst werden Steinbrucheigene Bahn bahneigener Steinbruch Schon seit manchen Jahren wurde im Gebiet unterhalb der Station "Wienachten" Sandstein, ein im 19. Jahrhundert beliebter Baustoff, abgebaut. Der Abbau fand auf Grundstücken verschiedener Landeigentümer statt, die einander nicht immer freundschaftlich gesinnt waren. So weigerte sich der Gemeinderat Thal, dem Landeigentümer Nationalrat Sonderegger in Heiden ein Fahrrecht für ein Verbindungsgleis zu erteilen. Thal wurde dabei zunächst vom sanktgaller Regierungsrat unterstützt. Die Gemeinde befürchtete, durch das Anschlussgleis werde die Ausbeutung ihres (gemeindeigenen) Steinbruches behindert oder gar verunmöglicht. Hierauf reichte die RHB ein Konzessionsgesuch für eine regelrechte Bahnlinie ein. Der Regierungsrat von Appenzell AR unterstützte die RHB; machte lediglich einige bautechnische Vorbehalte wegen der Erdrutschgefahr. Der Regierungsrat des Kantons St.Gallen schwenkte ebenfalls ein, nachdem bekannt war, dass 1885 in einem gleichen Fall bei der RVT ebenfalls eine Bundeskonzession erteilt worden war. Die RHB verlangte eine Vollendungsfrist von zwei Jahren (statt wie vorgesehen sechs Monate), um die neue Linie sukzessive erstellen und das Ausbruchmaterial aus dem Steinbruch laufend nutzbringend verwerten zu können. Das Projekt wurde von Ing. Kürsteiner in St.Gallen verfasst. Die Linie sollte 200'000 Franken kosten. Art. 1 des Bundesbeschlusses von 1897 betreffend die Erweiterung der Konzession einer Eisenbahn Rorschach Heiden lautete: "Der RHB wird gestattet, eine Abzweigung ihrer Linie von km 2,666 zu einem neuen Steinbruch in der Krinne bei Wienachten zu erstellen und zu diesem Zwecke ein neues Geleise in der Länge von ca. 250 m zu legen, welches einen integrierenden Bestandteil der ganzen Bahnanlage ausmacht" Der Bundesrat behält sich vor, sobald ein Bedürfnis vorliege, den Zeitpunkt der Aufnahme des Personenverkehrs auf der neuen Linie zu bestimmen (dieser Passus wurde aufgenommen, um gegen die Opposition der Gemeinde Thal juristisch gewappnet zu sein). Die bei einem Minimalradius von 75m angelegte Strecke, sollte mit einer Maximalsteigung von 100 eine Höhendifferenz von 21m überwinden. Das Projekt wurde indessen nicht so ausgeführt, sondern die Steinbrüche mittels einer Spitzkehre angeschlossen, wodurch die Betriebssicherheit (Entlaufen der von Hand verschobenen Güterwagen) verbessert werden konnte. Das Projekt wurde stark abgeändert und nun nur noch ein Gleis für handverschobene Güterwagen vorgesehen. Das Eisenbahn-Departement rügte 1900, dass das Steinbruchgleis ohne Inspektion in Betrieb genommen wurde und brachte einige Vorbehalte an. So sollte die Bedienung des Steinbruchgleises nur mit Fak.- und Extrazügen erfolgen. Die Doppelweiche vor der Waage Richtung Steinbruch und die Zahnstangenweiche wiesen Weichenschlösser auf, deren Schlüssel der "beeidigte fixangestellte Wärtervorstand" bei sich zu tragen hatte. Notfalls waren Ersatzschlüssel bei der "Stationsverwaltung Wienachten" unter Verschluss vorrätig. Die Steinzüge hatten talwärts vor und bergwärts nach den Regelzügen zu verkehren. Das Steinbruchgleis erhielt als eigene Station den Namen "Wienachten-Steinbruch". Da die kurze Strecke offiziell als Bahnlinie konzessioniert war, erschien sie nicht in den zeitgenössischen Verzeichnissen der "Verbindungsgleise zu gewerblichen und industriellen Etablissements". Die RHB rechnete mit etwa 200 Wagenladungen à 10 t pro Jahr, was zu einer erheblichen Verbesserung des Betriebsergebnisses beitragen sollte. Die RHB sah sich 1910 genötigt, den Steinbruch Wienachten zu übernehmen, da die Steinbruchgesellschaft angesichts des rückläufigen Umsatzes in Liquidation trat. Der Kaufpreis war mit 12'000 Franken günstig, denn notfalls hätte schon die landwirtschaftliche Nutzung des Geländes den Preis gerechtfertigt. Um etwa 1930 wurden die Steintransporte mangels Nachfrage eingestellt. Die Anschlussgleisanlage wurde 1942 aufgehoben und mit der Zeit abgebaut, Spuren davon sind aber heute noch zu finden.
Und noch ein Zahnstangen-Anschlussgleis An die Erstellung eines Güterausladeplatzes in Rorschacherberg leistete die RHB 1923 einen Beitrag. Der Platz diente vor allem der Maschinenfabrik des Herrn Levy, die sich etwas oberhalb der "Bergstation" befand. Bereits 1925 wurde eine Planvorlage für ein Anschlussgleis mit Zahnstangenweiche für die später in "Starrag" Starrfräsmaschinen AG umbenannte Firma mit einer Drehscheibe für das in die Werkhalle führende Gleis vorgelegt. Die Sendungen waren bis und ab Wienacht-Tobel zu tarifieren, wo auch die Abfertigung der Versandsendungen erfolgte. Die Höchstgeschwindigkeit im Anschlussgleis war auf 10 km/h beschränkt. Das zwar heute noch bestehende, aber kaum mehr genutzte Anschlussgleis wies zeitweise einen lebhaften Verkehr auf, der teils mit Rangierfahrten in den Zugspausen, teils aber auch mit Fahrplanzügen mitsamt den geduldigen Fahrgästen an Bord abgewickelt wurde.
Der Bahnhof Heiden im Wandel der Zeit Das Stationsgebäude Heiden stammt im Prinzip aus dem Eröffnungsjahr, wurde aber mehrmals umgebaut, wobei man die Raumeinteilung den sich verändernden Bedürfnissen anpasste. Das Hauptgleis (anfänglich auch das zweite Gleis) war bis 1966 etwa auf der Länge des heutigen Perrondaches mit einer "Einsteigehalle" überdeckt. Auf der Seite gegen den heutigen Güterschuppen bestand eine Schiebebühne, mit der die gegenüberliegende Remise erschlossen war. Für den Güterverkehr entstand "ein Stock tiefer" eine im Laufe der Zeit erweiterte Freiverladeanlage, an die eine bescheidene Lokomotivremise angeschlossen wurde. 1930 entstand nördlich daran anschliessend die heute noch bestehende Werkstätte. 1894 liest man: Die baldige Erneuerung der "flüchtig erstellten" Hochbauten drängt sich auf, so insbesondere der Einsteigehalle in Heiden. 1897 legte man Pläne für einen neuen Güterschuppen "Empfang" im unteren Bahnhofteil neben der Lokomotivremise vor. |
Der Bahnhof Heiden wie er sich bis 1966 präsentierte. Im Holzschopf neben der "Bahnhalle" über dem einzigen Personenzuggleis war der "RHB-Rotpfeil" versteckt. Bild: Sammlung Waldburger/Alfred Aebi |
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Die alte hölzerne Bahnhofhalle hatte 1905 wegen Baufälligkeit ausgedient; sie sollte als Wagen- und Kohlenschuppen wieder aufgestellt werden. Die alte Bahnhofhalle über dem Gleis 2 diente gleichzeitig als Wagenremise, früher auch als Lokremisierungsgelegenheit für die übernachtende Lokomotive. Als Ersatz entstand eine eiserne Bahnhofhalle, die allerdings schon bald einmal durch die von den davorstehenden Lokomotiven stammenden Lokomotivgasen angegriffen wurde. Bereits 1925 musste sie weitgehend ersetzt werden. 1914 erfolgte die Verlängerung der Güterrampe und des Perrons sowie die Verbreiterung der Zufahrtsstrasse von Wolfhalden zur Station Heiden. Das Stationsgebäude Heiden erhielt elektrische Beleuchtung, Wasserversorgung und "Closets mit Wasserspülung". Ferner wurde auch ein Stationsbrunnen angelegt. 1958 begann man, einen allfälligen Neubau des Stationsgebäudes Heiden zu prüfen, wofür der dem Verwaltungsrat angehörende Architekt 1959 Pläne vorlegte. Im folgenden Jahr musste man sich dazu entschliessen, den Stationsneubau wegen des dringenden Gleisumbaues zurückzustellen. Da die Verhandlungen mit dem Kanton Appenzell AR bezüglich der Gestaltung der Strasse ins Stocken geraten waren, wurde das bestehende Stationsgebäude 1965 einer Renovation unterzogen. Auf das Hundertjahr-Jubiläum hin wurde das Stationsgebäude erneut einer Innen- und Aussenrenovation unterzogen. Der Güterschuppen wurde 1983 frisch gestrichen und beim Kioskgebäude ein Velounterstand errichtet. Das Stationsgebäude und die WC-Anlage wurden an die Kanalisation angeschlossen. Im Zusammenhang mit der Einführung des IGB-Schaltergerätes wurden 1992 die Stationsräume in Heiden umgestaltet. Ein Jahr später wurden auch noch die Verwaltungsbüros renoviert und der Aussenanstrich des Stationsgebäudes erneuert. |
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Der Wagenkasten eines der Gepäckwagen F 10 - 13 von 1875 diente bis 1966 als Magazin auf dem Güterausladeplatz in Heiden. Bild: Hans Waldburger |
Stationsanlagen der Zwischenstationen "Bergstation"/Seebleiche Wegen der Manöver, der Einfahrt in die Zahnstange auf der Bergstation bzw. der Anmeldung zur Einfahrt in den Bahnhof Rorschach hielten die RHB-Züge seit jeher bei der "Bergstation" mehr oder weniger lang an, was von den Anwohnern zur Fahrt mit den RHB-Zügen benützt wurde, trotzdem diese Haltestelle in den Fahrplänen nur vereinzelt erwähnt wurde. Die Abwicklung des Verkehrs zur Starrfräsmaschinen AG bedingte 1925 den Umbau der Anlage der Bergstation, weshalb auch das baupolizeilich längst abgesprochene Dienstgebäude zu ersetzen war. Das alte Wärterhaus wurde 1926 abgebrochen und durch ein schönes Gebäude oberhalb der Bahn ersetzt. Bei der Bergstation wurde ein kleines Wartelokal erstellt mit Wartsaal, Abort und Wärterraum. Auf den Fahrplanwechsel 1990 wurde anstelle der als Geheimtipp gehandelten Haltestelle bei der Bergstation oberhalb dem Anschlussgleis der "Starrag" die offizielle Haltestelle "Seebleiche" eröffnet. Die Kosten für das Gebäude, die elektrischen Anlagen und die Umgebungsarbeiten sowie für die Einweihungsfeier übernahm die Gemeinde Rorschacherberg. Die bei neuen Wohnhäusern gelegene Haltestelle wurde auf Anhieb monatlich von 1200 Personen benützt, die schon länger bestehende im Sandbüchel von 3000. Um die Diensthalte bei der Bergstation für das Einholen der Einfahrtszustimmung zu vermeiden, wurde die Anmeldung der RHB-Züge beim Bahnhof Rorschach über Funk eingerichtet.
1972 konnte die neue Haltestelle Sandbüchel in Betrieb genommen werden. Damit wird das dortige Wohngebiet erschlossen, das durch die Autobahn von der Stadt Rorschach abgeschnitten ist. Die Haltestelle besteht aus einem modernen Zweckbau mit den nötigen weiteren Einrichtungen. Sie erfreute sich sofort grosser Beliebtheit. Vor der Einführungdes Taktfahrplans gab es sogar ein nur bis hieher verkehrende Zugspaar. Ihre grosse Zeit hatte die Haltestelle anlässlich der Rad-WM 1983. Dabei beförderte die RHB rund 15'000 Besucher von Rorschach zur Rennstrecke.
Auf der 1934 eröffneten Haltestelle Wartensee wurde ein Haltestellengebäude mit einem Dienstraum für das Unterbringen von Werkzeugen erstellt. 1935 sah man nur noch den Halt von zwei Zügen in jeder Richtung in Wartensee vor, wobei die Zugsbelastung 40 t nicht überschreiten sollte. Bei Bedarf sollten auch andere Züge anhalten, was zu grosser Unsicherheit bei den Reisenden führte. Während die neuen Haltestellen Seebleiche und Sandbüchel einen konstanten Verkehr aufweisen, ist jener der Haltestelle Wartensee sehr unregelmässig.
1895 erfolgte die Planvorlage für einen Neubau des Stationsgebäude Wienacht; der Kanton Appenzell AR empfahl, "das Terrain an der Gleisspitze abzuschliessen" Ein Teil des "alten, baufällig gewordenen Stationshäuschens" wurde südlich verlegt als Provisorium während der Bauzeit. Das neue Gebäude sollte "auf unabsehbare Zeiten" genügend sein. Man rühmte weiter "In Wienachten wurde ein neues Stationsgebäude an prächtigster Lage erstellt". 1910 erfolgte der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung Lutzenberg. 1913 wurde im Stationsgebäude Wienachten wurde ein zusätzliches Wohnzimmer eingebaut und im ganzen Gebäude die elektrische Beleuchtung eingerichtet. 1915 erfolgte die Änderung des Stationsnamen Wienachten in Wienacht-Tobel. 1923 betraute man den Vorstand mit der Führung der Poststelle. 1953 wird eine Renovation des Stationsgebäude vermerkt. Das alte unansehnliche Abortgebäude in Wienacht wurde 1962 durch einen Neubau, dem ein Materialraum für den Bahnunterhalt beigefügt wurde, ersetzt. 1977 wurde aus Abbruchmaterial eine Schwellenremise erstellt. Das Stationsgebäude wurde 1990 renoviert. Im Jahr darnach wurde eine Gasheizung eingebaut. Die Lagerschuppen wurden 1996 durch eigenes Personal mit eigenem Holz renoviert.
1902 wurde eine Vorlage für neues Stationsgebäude in Schwendi präsentiert, doch beschränkte man sich auf eine Renovation. 1909 ging man daran, im alten Stationsgebäudes Schwendi den alten Warteraumes als Güterschuppen einzurichten. Im alten und neuen Stationsgebäude Schwendi wurde 1916 das elektrische Licht eingerichtet und ein zusätzliches Zimmer geschaffen. 1923 folgte der Bau eines Waschhauses. 1953 nahm man am Wärterhaus Schwendi Renovationsarbeiten vor, desgleichen 1971 am Stationsgebäude. Weitere Erneuerungsarbeiten konnten 1977 abgeschlossen werden. An die neue öffentliche Abortanlage trug die Gemeinde Heiden die Hälfte bei. Die personelle Besetzung der Haltestelle wurde 1976 aufgehoben.
Ein Kuriosum: Die Bergstation im Tal Die RHB dürfte weltweit die einzige Bahn sein, bei der sich die "Bergstation" am talseitigen Ende der Bahn befindet. Mit diesem seit 125 Jahren bestehenden Ausdruck wird die Abstell- und Depotanlage am östlichen Ende des Bahnhofs Rorschach bei der Zahnstangeneinfahrt bezeichnet. Ursprünglich wurde hier die Zahnradlokomotiven an die durch die VSB vom Hafenbahnhof gebrachten Züge gestellt. Auch stellte der Rangierdienst die für die RHB bestimmten Güterwagen hier bereit, um mit Fahrplan- oder Güterextrazügen bergwärts geführt zu werden. |
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"Dienstwagen" AB² 13 am 13. September 1969 in der "Bergstation" Rorschach (zwei RHB-spezifische Fachausdrücke). Rechts im Vordergrund die 1920 bemängelte Schiebebühne. Bild: Hans Waldburger |
Mit der Erweiterung des Güterwagenbestandes (1898) und der Anzahl Personenwagen (um 1905) war man genötigt, die Remise instandzustellen und nun wieder vorwiegend für RHB-Wagen zu verwendet. Gemäss Bericht des Kontrollingenieurs wurden in der RHB-Remise in Rorschach aber auch Lokomotiven und Wagen der SBB untergebracht, weshalb die Instandstellung der Schiebebühnenzufahrt verlangt wurde Bis 1926 war in der Bergstation nur ein Gleis von der SBB-Anlage her an die Schiebebühne angeschlossen. Es wurden nun zwei neue Weichen eingebaut und die beiden so entstandenen Gleise III und IV über die Schiebebühne in die Remise geführt. Ein zwischen der Schiebebühne und der Hauptgleisweiche stehendes Gebäude musste abgebrochen werden. Als Ersatz für die unzureichenden Anlagen in Heiden wurden 1927 drei mit einer Schiebebühne erschlossende Räume in der 1924 aufgehobenen SBB-Werkstätte Rorschach gemietet, was sich aber kaum bewährte, da das Personal mehrheitlich in Heiden sowie in den beiden Zwischenstationen wohnte. Die Remise Bergstation wurde in Etappen immer wieder renoviert. 1992 1994 erfolgte eine radikale Erneuerung, wobei die Schiebebühne und die Gleise 5 und 6 der Bergstation abgebrochen, ebenso die Wagenremise über diesen beiden Gleisen. Dafür wurden die restlichen Gleise und die Remise um 15 m verlängert. Ein Gleis wurde mit der Fahrleitung versehen. Dort wird nun die Reservelokomotive remisiert. Das Gebäude macht mit einem frischen Anstrich in kecken Farbtönen wieder einen guten Eindruck.
Depot- und Werkstätteanlagen in Heiden |
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Für den neuen Triebwagen BDeh 3/6 25 ist die Werkstätte wieder eine Nummer zu klein, weshalb erneut eine Einmietung im SBB-Depot Rorschach erwogen wird. Weitere Hochbauten und Einrichtungen Die RHB besass Wohnhäuser für ihr Personal bei der Bergstation in Rorschacherberg und im Stapfen, Heiden, die aber um 1970 veräussert wurden. Beim Bau hatte man die unglückliche Idee, das Wasserreservoir der Bergstation in das Wärterhaus zu plazieren, wodurch das ganze Gebäude unter Feuchtigkeit litt. Es wurde nun auf den nahegelegenen Hügel versetzt. In der Nähe der Bergstation wurde 1925 ein Wohnhaus erworben als Ersatz für das bisherige Wärterhaus. Wegen des zeitweisen Wassermangels in Heiden wurde 1884 zusätzlich in Schwendi eine Wasserstation eingerichtet, wo das Wasserfassen auch bei trockener Witterung problemlos möglich war. In Heiden wurde 1897 ein Ladekran aufgestellt. Dem Drängen der Güterkunden entsprechend wurde 1923 in Heiden eine Gleiswaage erstellt. |
Symetrische Dreiwegweiche in Heiden - heute eine Rarität. Hinten die inzwischen verschwundene Krananlage zum Ausheben der grossen FZeh 2/4-Triebmotoren. Bild: Sammlung Waldburger/Alfred Aebi |
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Fahrleitungsanlagen Die Fahrleitung war in zwei Sektionen Rorschach Bergstation Wienacht und Wienacht Heiden unterteilt, letztere ab Bergstation durch Speiseleitung versorgt. Die meisten Nebengleise sind separat abschaltbar. Es zeigte sich zunehmend, dass die Speiseleitung mit nur 50 mm2 Querschnitt zu schwach war, was sich durch zunehmend mehr Kurzschlüsse und Ermüdungsbrüche zeigte. 1972 erfolgte die Erneuerung des Tragseils Bergstation Wienacht-Tobel. Das Seil konnte zu günstigen Bedingungen von den SBB erworben und unter deren Mithilfe eingebaut werden. 1981 folgte der Ersatz des Tragseils auf der Strecke Wienacht Heiden. Mit dem Schaltposten im Bahnhof Rorschach musste 1985 auch die Einspeisung für die RHB-Fahrleitung erneuert werden. 1991 wurden acht schiefgedrückte Fahrleitungsmasten durch neue ersetzt. Alljährlich müssen eine Anzahl brüchig gewordene Isolatoren ersetzt werden. Signalanlagen und Stellwerke Auf Grund neuer Vorschriften mussten die Bahnübergänge 1930 mit neuen Signalisierungen versehen werden. Auf Pfingsten 1947 wurde die Sicherungsanlage Fabrikat Integra, Wallisellen der Station Heiden in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde die handbediente Barrierenanlage an der Thalstrasse durch eine Blinklichtanlage ersetzt, die mit dem Einfahr- und dem Abfahrtsbefehlsignal in Abhängigkeit steht. Die Einfahrweiche erhielt eine signalabhängige Verriegelung, um Falschfahrten wie sie 1945 zur Kollision geführt hatte, zu vermeiden. 1954 erhielt Wienacht-Tobel bergseits ein Einfahrsignal. Zur selben Zeit erfolgte die Inbetriebnahme des Lichtsignales in Rorschach anstelle der elektrischen Wendescheibe. Es wurde so plaziert, dass Einfahrten von Heiden in die Bergstation möglich sind ohne dass die SBB-Fahrstrassen tangiert werden. 1955 kam das Blinklicht beim Starrag-Gleis in Betrieb. Die Sicherungsanlage der Station Heiden wurde 1970 an die neue Stationsanlage angepasst und mit neuen Blinklichtern ausgerüstet. Wegen der vielen Erdtransporte über die RHB-Linie für den Autobahnbau wurde unterhalb des Sandbüchel vorübergehend eine provisorische Blinklichtanlage eingerichtet. Die anfänglichen Störungen an der neuen Sicherungsanlage der Station Heiden konnten 1971 behoben werden. Die neue Haltestelle Sandbüchel erhielt 1972 eine Signalanlage für Halt auf Verlangen. Fernmeldeanlagen Ursprünglich bestanden keine Fernmeldeanlage, dann eine Telegraphen- und schliesslich eine Streckentelefonanlage, deren Erstellung aber weder in den Berichten noch in den Rechnungen aufscheint. Die 1930 erstellte, störungsanfällig gewordene Diensttelefonanlage wurde 1953 durch das automatische SBB-Diensttelefon ersetzt. 1985 musste wegen Erneuerung der Telefonanlage der SBB in Rorschach auch jene der RHB in Heiden ersetzt werden. Auf allen Stationen und Haltestellen wurden 1991 Perron-Infosäulen durch eigenes Personal montiert. In den Triebfahrzeugen wurden 1996 neue Funkanlagen und in Wienacht-Tobel eine zusätzliche Relaisstation eingerichtet, womit der Funkverkehr nun auf der ganzen Strecke weitgehend lückenlos möglich wurde. |
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